In the garden of a rose

Wir lieben das Leben – und Sie: lieben Sie das Leben auch?

… egal wie jung, wie alt, wie schräg, wie verzückt, wie verrückt, wie außergewöhnlich oder wie normal: wir lieben das Leben! Und die Menschen. Na ja, nicht alle, aber die meisten zumindest. Und wir lieben die KUNST, so wie das Leben in all seinen Facetten.
Wir untersuchen und erforschen als Künstler*innen das Leben und das menschliche Sein mit all seinen Herausforderungen, aber auch in all seiner erhabenen Schönheit und Größe. Das ist der Grund, warum wir in dieser Konstellation zusammengefunden haben. Wir, das sind die Tänzerin Monika Schabus-Steffen (Graz), die Tanz- und Theaterschaffende Mona May (Wien), der Video- und Soundkünstler Paul Janisch (Graz/Wien) und die Schauspielerin Barbara Edinger als Sprecherin (Wien).

… die etwas andere Performance …

Die interaktive und interdisziplinäre Performance „In the garden of a rose“ wurde für die Tänzerin Monika Schabus-Steffen speziell von Mona May geschrieben, choreografiert und inszeniert.
Die fast siebzigjährige Tänzerin ist im besten Sinn eine Rebellin, die sich nicht von Klischees beeindrucken lässt und sich voller Hingabe dem Tanz und dem Leben verschrieben hat. Und darum will sie nicht leise treten, sondern in einer Welt des Jugend- und Leistungswahns und der Altersdiskriminierung – vor allem von Frauen – ihren künstlerischen Beitrag darbringen. Sie will sich zeigen. Und sie will es der Welt zeigen: ICH LEBE und ICH BIN und ICH HABE ETWAS ZU SAGEN.
Diesem Anliegen soll „In the garden of a rose“ Rechnung getragen werden. Denn anders als in der japanischen Tanzform Butoh, die auch Tänzer*innen mit fünfundneunzig Jahren (siehe Ohno Kazuo) nicht von der Bühne (des Lebens) weist, weil diese einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag zu erbringen haben, wird in Europa die Karriere von Künstler*innen und da vor allem im Bereich Tanz, gerne auf ein Alterslimit beschränkt.
Monika Schabus-Steffen fungiert diesbezüglich als Vorbild für viele Tanz-Generationen, ohne dass Sie das beabsichtigt. Und auch mir als Choreografin wird es vordergründig in dieser Performance nicht um diesen Aspekt gehen, wiewohl er nicht wegzuleugnen ist und eben dadurch Vorbildcharakter hat.

… das inhaltlich tragende Element dieser Performance …

„In the garden of a rose“ durchschreitet die Protagonistin „ihren“ Lebensgarten und wendet sich einzelnen Lebensthemen zu.
Dabei ist sie, wie bereits erwähnt, eine Rebellin, der Frauen-Klischees ebenso verhaßt sind, wie in die Rolle eines Objektes, das am Abstellgleis steht, gedrängt zu werden. Sie stellt „verbotene Fragen“ und macht sich so in gewisser Weise zum Sprachrohr von gesellschaftlich verpönten und ausgegrenzten Themen.
Die Symbolebenen sind vielfältigst: einmal steht die Rose als klassisches Symbol für weibliche Schönheit, ein andermal erinnern Rosen uns an die historische Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, während der NS-Zeit. Oder auch an die „Aktion Rose“, eine Maßnahme, die die DDR-Regierung 1953 ergriff, um die Verstaatlichung von Privateigentum durchzusetzen. Damals wurden wegen angeblicher Verstöße gegen das „Gesetz zum Schutz von Volkseigentum und gesellschaftlichem Eigentum“ hunderte Unternehmer inhaftiert.
Alle diese Metaebenen schwingen subtil und andeutugsweise, nicht aber konkret oder plakativ „In the garden of a rose“ mit. Die Tänzerin lässt uns an ihrem Suchen und Finden, an ihrer Lebensbejahung genauso, wie an ihrem inneren Ringen und an ihrer Einsamkeit teilhaben. Wir werden zu Zeugen*innen eines Dialoges zwischen dem inneren Erleben dieser Frau und der Welt im Außen.

Gleich zu Beginn, wenn sie zum Beispiel die folgenden Gedanken laut ausdrückt, konfrontiert sie uns mit unseren Konditionierungen:

Sie lehrten mich das Verwelken.
Was aber, wenn ich nicht bereit dazu bin … zu verwelken.
Und was, wenn ich keine Blume bin, die einfach so gepflückt werden kann?
Was dann?
Und was, wenn ich sie mir nicht wegzüchtigen lasse?
Die Dornen, die mir die Freiheit verheißen.

An einer anderen Stelle:

Und was, wenn ich mich auch sonst nicht beschneiden lasse.
Von nichts und von niemanden.
Was dann?
Willst du mir dann, mein Herz aus der Brust reißen?
Und das Universum der Rose schänden?
Willst du das?

Oder:

Und was, wenn ich mich der Natur verweigere,
und keine Kinder gebären will?
Nicht für dich.
Und nicht für die Welt.
Was, wenn ich einfach nur SEIN will?
Einfach nur SEIN … ein LEBEN SEIN WILL, das lebt.

Was wird dann sein?

Flyer vorne

Wann&Wo:
Uraufführung: Mi. 25.09.2024
Folgetermine: Do. 26.09. + Fr. 27.09.2024
jeweils um 20 Uhr
Pygmalion Theater, Alser Straße 43, 1080 Wien

Aufführung Graz: Fr. 25.10.2024, um 20 Uhr
Atelier12, Münzgrabenstraße 24, 8010 Graz

Das Team:
Idee/Text/Inszenierung: Mona May
Tanz: Monika Schabus-Steffen
Sprecherin/Gesang: Barbara Edinger
Visuals/Sound: Paul Janisch
Licht: argeLeute

Reservierung: karten@argeleute.com oder Tel.: 0660 22 66 708

Eine Gemeinschaftsproduktion von Verein Praxis Pirouette / Graz und dem Verein argeLeute / Wien